Mitten im Wind der Nordsee zum 100. Geburtstag eines der bedeutendsten Erzähler deutscher Nachkriegsliteratur: Lesungen, Textwerkstätten und Musik im Dialog mit Helgolands Geschichte und Natur. Zwischen Inselspaziergängen, Seminaren und Kreativimpulsen entsteht ein dichter Resonanzraum aus Poesie, Biografie und Zeitgeschichte. Für alle, die lesen, schreiben und literarisch durchatmen möchten.
James Krüss nannte sich „gelernter Insulaner“. Aufgewachsen zwischen Halunder und Hochdeutsch, geprägt von Evakuierung und Krieg, später zuhause auf Gran Canaria: Aus Liebe zum Wort und Lust an der Widerrede entstand eine Sprache, die leicht klingt und tief meint. Die Insel hat ihn geprägt – gezähmt hat sie ihn nie.
In dieser literarischen Expedition arbeiten wir am Salz der Sprache und sezieren Gedichte, Geschichten, Radio- und Fernsehtexte. Bilder, Rhythmus und Witz – Biografie, Inselgeschichte, Ökonomie und Ökologie… all das verdichtet sich in Krüss’ Werk zu einem vielschichtigen Kosmos. In Schreibwerkstätten entstehen eigene Miniaturen; kurze musikalische Einheiten schärfen das Ohr. In Zusammenarbeit mit dem Museum Helgoland und der LiteraturInitiative Berlin bewegen wir uns an Originalorten – so mischt sich die einzigartige Landschaft immer wieder ein.
Was ist mitzubringen? Neugier, Windjacke und ein leerer Notizblock – wir füllen ihn mit Sätzen, die nach Meer schmecken.
Bonus am Schlusstag: Helgoland feiert in diesem Jahr und genau an unserem letzten Tag auf der Insel 200 Jahre Nordseeheilbad – mit „maritimer Erlebniswelt“, Straßenfest, Musik und einem spektakulären Abschlussfeuerwerk. Zu diesem Anlass wird unser Aufenthalt verlängert: Die Reederei legt erst gegen 22:00 Uhr ab, Ankunft Hamburg ca. 01:00 Uhr (statt ursprünglich ca. 20:15 Uhr). Für alle Teilnehmenden ist das ein Plus an Inselzeit und Programm – und wer mag, bucht über uns eine Übernachtung in Hamburg dazu.
